Wie ein paar von euch ja wissen, hatte ich auf Grund meiner beruflichen Tätigkeit die Möglichkeit, den Antonov 22 Flug ab ZRH via TBS nach AUH zu begleiten.
Nachdem ich am Mittwoch das OK seitens Kunden, Arbeitgeber und Antonov Airlines bekommen hatte, traf ich bereits am Donnerstag mit Swiss Airbus 321 aus Hamburg in Zürich ein. Das Wetter war einfach nur ein Traum und so ging es fix in den Anflug, um die Karre auch beim Inbound schon zu knipsen. Leider musste ich ewig auf mein Gepäck warten und an der Autobahnauffahrt am Flughafen ZRH war ein Unfall, so dass es echt knapp wurde. Aber mein Taxifahrer war echt perfekt und er hat irgendwelche Schleichwege benutzt.
So kam ich quasi genau pünktlich an, um die Landung dieses wirklich tollen Fliegers zu bestaunen... Dabei habe ich übrigens einige hier auch aus dem STR Forum dort getroffen, danke auch noch an einen User für die Mitnahme abends zurück zum Terminal...

Nachdem wir gemütlich bis zum Sonnenuntergang geknipst hatten und mich der L. am Airport abgesetzt hatte, nahm ich mit dem Loadmaster Kontakt auf und quartierte mich im selben Hotel ein. Übrigens das Dorint Airport Hotel und absolut nicht empfehlenswert - aber für die eine Nacht war es mir auch egal.
Am nächsten Morgen trafen wir uns um 0815 Uhr in der Lobby, um gemeinsam zur Antonov zu fahren. Schliesslich sollte ab 10 Uhr local die Verladung beginnen. Geladen wurde eine Kabeltrommel von etwa 30 to und ein paar Kisten Zubehör.
Hier ein paar Impressionen von der guten alten Dame, die seit der Überholung und neuem Anstrich echt einen ganz guten, zuverlässigen Eindruck macht. Mein Dank geht dabei auch noch an das Team von ZRH Airport De-Icing, welches mich einmal um den Flieger gefahren hat, damit auch Aufnahmen aus einer anderen Perspektive möglich waren...












MIt dem Wetter hatten wir den ganzen Tag echt Glück, es war sogar fast zu warm... Selbst die Einheimischen waren beeindruckt von dem Wetter....
Es folgte dann die Beladung, wobei die Kisten einfach per Stapler an Bord kamen. Mit der Kabeltrommel war es dann schon etwas komplizierter...





So gegen 18 Uhr lokaler Zeit war die Beladung dann abgeschlossen und es wurde bereits kräftig getankt.
Hier ein paar Innenaufnahmen aus dem Tagesverlauf. Der Flieger hat den typisch russischen Charme, aber besonders das Cockpit würde einem normalen Linienpiloten von heute natürlich die Tränen in die Augen treiben... Einfach nur herrlich...




Bald darauf stiess dann auch die Cockpitcrew zu uns und die Flugvorbereitungen begannen. Auch wenn die Reichweite der AN22 laut Plan es zulassen würde, nonstop nach AUH zu gelangen, war von Anfang an ein nächtlicher Fuelstop in TBS vorgesehen - was uns natürlich recht war, denn so kamen wir in den Genuss von zwei Starts und Landungen... Ziemlich pünktlich gegen 2020 local time brummten wir dann also gemächlich in den Schweizer Nachthimmeln in Richtung Tiflis. Leider war es die ganze Zeit dunkel, so dass kaum Aufnahmen möglich waren.
Das Fluggefühl ist durchaus angenehm und der Sound längst nicht so anstrengend auf Dauer wie in der AN12 beispielsweise. Im Cockpit nahmen fünf Personen Platz. In der Glaskanzel unterm Cockpit nahm der Navigator seinen Platz ein. Hinter dem Cockpit befindet sich ein kleiner Zwischenraum mit Sitzplätzen für etwa acht bis zehn Leute mit zwei Klapptischen. Hinter der Navigatorkanzel befinden sich ebenfalls Bänke für die Crew, diese können auch zu Liegen umgerüstet werden. An Bord waren 20 Crew, alle Ukrainischer Herkunft, ein Kollege und ich. Catering war Self Service mit ausreichend Speisen und Getränken.
Nach etwa 5 Stunden und 35 Minuten kamen wir schliesslich in Tiflis an. Hier wurden wir schon beim Aussteigen von der Militärpolizei mit den Worten "no Photo no Photo" ziemlich streng angewiesen und haben dann auch darauf verzichtet... Wir hatten auch wenig Lust auf Stress mit den Behörden dort... So konnten wir dort nur zum Beispiel nochmals Cockpitaufnahmen machen...

Nach etwa zwei Stunden ging es dann weiter in Richtung Abu Dhabi. Mittlerweile wurde es hell draussen und man konnte ein paar Aufnahmen machen. Wobei man dazu wissen muss, dass die Scheiben alle total verdreckt, zerkratzt, gebogen und auch sonst in eher schlechtem Zustand sind...



Die Flugzeit von TBS nach AUH betrug wieder über vier Stunden. In AUH wurden wir irgendwo auf einer Aussenposition abgestellt und wurden von ziemlich anstrengenden 42 Grad, Wind und Sonne mit Flugsand empfangen. Leider normal um die Jahreszeit...

Die Entladung haben wir uns nicht mehr mit angesehen. Die Cockpitcrew ging in AUH ins Hotel, um die Karre am nächsten Tag leer zurück nach GML zu fliegen. Ich fuhr rüber nach Dubai mit einem Fahrer, begab mich ins Hotel und habe über sechs Stunden am Stück gepennt. Noch in der selben Nacht bin ich mit Swiss DXB ZRH HAM zurück geflogen.
Insgesamt ein anstrengender, aber sehr faszinierender Run mit einer tollen Crew, toller Abfertigung in der Schweiz und auch ein bisserl Abenteuer. Und natürlich mit einem tollen Fluggerät. So konnte ich meine Flugliste Antonov endlich vervollständigen, nachdem ich AN12, AN124 und AN225 ebenfalls schon für meine Firma sowie AN2 und AN24 privat geflogen war.
Mein besonderer Dank geht an Antonov Airlines, Swissport und natürlich meinen Arbeitgeber.
Gruss
Felix