
Hallo Zusammen,
Ende Februar zog es mich erneut für ein paar Tage in den schönen Iran.
Grund für die Reise war die dort gebotene Möglichkeit, mit einer Antonow An-74 sowie erneut die seltene Boeing 727 zu fliegen.
Als dann noch Ukraine International Airlines – vermutlich auf Grund einer Error-Fare – Flüge nach Teheran für 119 EUR Return im Angebot hatten, war die Entscheidung getroffen.
Da das Fotografieren im Iran an Flughäfen noch immer offiziell verboten ist, sind ein paar der nachfolgenden Bilder daher mit dem Handy gemacht. Ich bitte daher, die evtl. schlechtere Qualität zu entschuldigen.
Da UIA aktuell leider keine Flüge von Stuttgart anbietet, ging es mit der Deutschen Bahn (sogar pünktlich) von Stuttgart zum Flughafen Frankfurt, um von dort dann über Kiew Borispol nach Teheran weiter zu fliegen.

Für den Flug nach Kiew stand mit UR-PSF eine erst 3 Jahre alte Boeing 737-800 mit Sky Interior auf dem Vorfeld bereit.



Auf dem gut 3 Stunden dauernden Flug gab es jedoch eine nur sehr geringe Verpflegung in Form von etwas Wasser.


Nach nicht ganz 2 Stunden Aufenthalt in Kiew, welche jedoch zum größten Teil vor der erneuten Sicherheitskontrolle verbracht wurde, ging es dann mit UR-GAH, einer Boeing 737-300WL weiter nach Teheran.


Der Flug von Kiew nach Teheran ist dabei, wie von Skyeurope in einem anderen Reisebericht bereits geschrieben, einer der wenigen, wo man von Ukraine International Airlines noch ein volles warmes Essen bekommt.

Generell kann ich UIA als Fluggesellschaft – gerade zu dem Preis – nur empfehlen. Die Crews waren durchweg freundlich, der Sitzabstand in den Flugzeugen absolut in Ordnung und auch alle Flüge pünktlich.
Die Landung in Teheran erfolgte um kurz vor 1 Uhr nachts. Da zum Zeitpunkt der Buchung unserer UIA-Flüge nicht sicher war, ob die An74 am Ende wirklich noch fliegt, haben sich meine Mitreisenden und ich für ein “Visum on Arrival” entschieden. Im Nachhinein gesehen bereue ich diesen Schritt jedoch:
Auch wenn alles gut geklappt hat, aber die ganze Prozedur hat am Ende gut 4 Stunden gedauert, in welchem man dann – ohne Reisepass – am Flughafen Teheran steht und niemand einem sagen kann oder will, ob man denn jetzt ein Visum bekommt oder wie lange das Ganze noch dauert.
Auf Fragen zum Stand der Dinge wurde man stets nur – meist eher genervt – vom Schalter weggeschickt mit dem Hinweis, man würde aufgerufen, sobald das Visum fertig sei.
Letztendlich hat dann aber nach langem Warten doch noch alles geklappt und nach ca. 1h Fahrt war endlich etwas Zeit für ein paar wenige Stunden Schlaf im Hotel.
Dieses war erneut das “Mehrabad Airport Hotel”, welches direkt – wie der Name schon sagt – am Inlandsflughafen “Teheran Mehrabad” unterhalb des Towers liegt.





Die Zimmer kosten hier ca. 45 EUR die Nacht und man ist – je nach dem, von welchem Terminal man abfliegt – in 2 bis 15 min vor Ort und spart sich somit das Taxi aus der Stadt in Richtung Flughafen.
Aus Zimmer Nummer 7 hat man sogar einen Blick auf das Vorfeld und in Richtung Start- und Landebahn.

Der erste Flug des Trips war dann direkt das Highlight der Reise:
Mit Pouya Air ging es an Board einer Antonow AN-74 von Teheran nach Ilam, nicht weit von der Irakischen Grenze entfernt.

Die Flugzeit für diesen Flug beträgt ca. 1 Stunde und das Return-Flugticket hat lediglich Runde 70 EUR gekostet.
Pouyaair fliegt vom Terminal 4 ab, welches jedoch – wie oben schon angemerkt – in ca. 10-15 min zu Fuß vom Hotel aus zu erreichen ist.
Hier ein paar Fotos ins Terminal, welche alle samt mit dem Handy aufgenommen wurden.

Die Sicherheitskontrolle findet im Iran grundsätzlich für Männer und Frauen getrennt statt.

Nachdem diese durchlaufen ist, findet man sich in einer recht großen Halle im Sicherheitsbereich wieder, wo man auch stets die Möglichkeit hat, etwas zu Essen und zu Trinken zu bekommen.



Hier noch ein Foto vom Boardingpass sowie dem Visum, auf das ich die Nacht dafür noch Stunden lange warten musste.

Mit einem Bus ging es dann einmal Quer über das gesamte Vorfeld zum “Objekt der Begierde”, der Antonow AN-74 EP-PUA, welche vor Ihrem Einsatz als Passagierflugzeug für die iranische Revolutionsgarde geflogen ist.

Da das Flugzeug nur recht wenige Fenster besitzt, habe ich mich für Reise 11A ganz hinten im Flugzeug entschieden. Dort hat man auch seitlich recht viel Platz für seine Arme.


Besonders auffällig an Board der An-74 sind die Sonnenblenden, welche hier aus einem Stoff-Rolle sind, welcher an 2 Stellen befestigt werden kann: halb offen oder ganz geschlossen.


Nach einem Versuch, ein Foto von der Kabine zu bekommen, wurde ich recht schnell durch das s.g.” Additional Crew Member” dabei erwischt und anschließend vom Flugbegleiter aufgefordert, dies zu unterlassen. Daher leider nur dieses unscharfe Foto.

Bei den ACM (Additional Crew Member) handelt es sich um ein Mitglied der Revulotionsguarde, welcher als Sicherheits-Personal auf jedem Flug mit an Bord ist und auch das absolute Sagen hat. Dieser darf auch z.b. entscheiden, ob man ins Cockpit darf, nicht der Pilot!
Wie gewohnt gab es auch auf diesem Flug etwas zu Essen – in dem Fall in Form eines “Chicken-Brötchen” sowie etwas zu Trinken.

Die Zeit verging wie im Fluge und der Flughafen von Ilam war bereits wieder zu sehen.

Keine 15 Minuten später war dann der erste Flug mit einer An74 vorbei und es heiß, schnell wieder durch die Sicherheitskontrolle zu gelangen, denn wir wollten mit dem gleichen Flugzeug wieder zurück in Richtung Teheran. Trotz Verspätung von unserem Flug war dies jedoch zum Glück kein Problem – die Maschine musste in Ilam aufgetankt werden.
Hier noch ein schnelles Foto aus dem Gatebereich.

Auf dem Rückflug wurde uns dann die Reihe 1 ganz vorne im Flugzeug und somit mit Sitzen gegen die Flugrichtung zugeordnet.
Dadurch hatte man die Triebwerke dann direkt über sich, was Fotos aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive möglich machte.


Wenige Minuten in den Flug kam dann der ACM, welcher mir vorhin noch die Kabinenfotos verboten hat, auf uns zu und lud uns auf einen Besuch im Cockpit ein, welchen wir natürlich nicht ablehnten.


Damit ging dann der erste Tag in Teheran zu Ende. Es stand uns eine kurze Nacht bevor, dann bereits um 4 Uhr hieß es wieder, sich auf den Weg in Richtung Terminal 4 zu machen. Der 2. Flug dieses Trips führte in Richtung Mashad im Osten des Irans.


Iran Aseman Airlines ist inzwischen die letzte Fluggesellschaft weltweit, welche noch die Boeing 727-200 im Passagierbetrieb einsetzt. Ganze 3 Flugzeuge dieses Typs haben sie noch aktiv – neben einer Flotte aus B737-400, Fokker 100 und ATR.
Laut Aussage der Crew soll die Boeing 727 noch bis ca. 2019 im Einsatz bleiben – es gibt also auch weiterhin noch die Möglichkeit, dieses seltene Flugzeugmuster dort zu “erlegen”.
Erneut war es ein Vorfeldbus, welcher uns zu unserer Maschine brachte. EP-ASB hat bereits 36 Jahre “auf dem Buckel” und laut Aussage der Besatzung ca. 65.000 Flugstunden.

Bereits 2013 hatte ich das Glück, mit Iran Aseman Airlines zu fliegen und bin dort ins Gespräch mit der Crew gekommen. Einer der Flugbegleiter von damals war auch dieses Mal wieder mit an Bord.


Kurz nach dem Start und einem kleinen Frühstück kam dieser auf mich zu mit der Bitte, ich solle meine Kamera packen und ihm folgen. Im nächsten Augenblick fand ich mich erneut im Cockpit der alten Lady vor.

Auf Wunsch der Crew wurde direkt mal ein Gruppenfoto geschossen – ein Deutscher, welcher extra wegen ihrem Flugzeug nach Teheran kommt, kommt wohl selbst dort nicht täglich vor.





Während sich meine 2 Begleiter für einen Rückflug mit einer anderen Fluggesellschaft entschieden haben, ging es für mich nach ca. 4 Stunden Aufenthalt in Mashad mit dem gleichen Flugzeug zurück nach Teheran. Die Crew flog in der Zeit weiter nach Afghanistan, um dort Pilger oder Umsteiger in Richtung Europa abzuholen.
Ein Blick in den Sicherheitsbereich des Flughafen Mashad, welcher in den letzten Jahren renoviert wurde.

Durch die Scheiben konnte man auch gut das Treiben auf dem Vorfeld beobachten. Leider war das Fotografieren jedoch auf Grund der doppelten Beglasung sowie natürlich dem allgemeinen Fotografierverbot nicht so einfach möglich. Ein Notschuss der Tabanair 737-400, welche von Tajikair geleast war, war mir jedoch dennoch möglich.

Kurze Zeit später stand dann bereits das Boarding an. Da es dieses Mal bereits hell war, waren mir auch ein paar Bilder des Flugzeugs möglich.



Der Start führte uns dann vorbei am Binalud-Gebirge in Richtung Teheran.
Hier der Blick aus Reihe 29, an welcher sich auch der Notausgang befindet, was zu einem recht angenehmen Sitzabstand führt.


Auch ein paar Fotos der Kabine durften natürlich nicht fehlen - von Innen sieht man dem Flugzeug sein Alter fast nicht an.



Bereits vor dem Start wurde ich von der Crew gefragt, ob ich auf dem Rückflug gerne etwas Kaltes oder Warmes zu essen hätte – typisch iranische Gastfreundschaft – und war anfangs etwas überrascht, als dann doch eine kalte Speise serviert wurde.

Aber kaum kam die Crew, um die Tabletts abzuräumen, so wurde mir das nächste auf den Tisch gestellt. Business-Class Service in der Eco


Nach der Landung zurück in Teheran sind dann die folgenden 2 (Not-)Fotos entstanden.


Damit war meine Reise in den Iran auch bereits fast wieder am Ende, denn bereits um 1 Uhr nachts ging es zurück an den internationalen Flughafen Teheran-Imam Chomeini.
Auf Grund eines geschäftlichen Termins musste ich meine Pläne für den Rückflug ändern und bin daher mit Pegasus Airlines anstelle von Ukraine International via Istanbul direkt zurück nach Stuttgart geflogen.
Daher zum Abschluss dieses Berichts noch zwei Bilder: “mein” Airbus A320 nach der Landung in Istanbul...

... sowie der nicht gerade saubere Rücksitz vor mir an Board der B737-800 auf dem Weiterflug nach Stuttgart.

Abgesehen von der Sauberkeit waren aber auch die Flüge mit Pegasus absolut in Ordnung. Es gibt zwar nichts kostenloses zu Essen oder Trinken, aber dafür sehr günstige Preise.
Abschließend kann ich jedem nur eine Reise in dieses faszinierende Land empfehlen. Nicht nur auf Grund der Flugzeuge, welche dort noch aktiv sind, sondern auch auf Grund der Landschaft und der unglaublich freundlichen Menschen. Da es auch für mich dort noch so viel zu sehen gibt, wird es wohl nicht meine letzte Reise in Richtung Teheran gewesen sein, wenn auch das bedeutet, dass ich ohne Visum ( welches 160 USD kostet) nicht mehr nach Amerika einreisen darf – denn in den Augen der Vereinten Staaten ist der Iran – trotz der positiven Atom-Verhandlungen – weiter der “große Feind”...
Vielen Dank, das Ihr euch die Zeit genommen habt und trotz des vielen Textes bis hier her durchgehalten habt.
Sollten noch Fragen zum Trip oder dem Land an sich offen sein, so freue ich mich über diese.