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Extremer Hochdruck
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Extremer Hochdruck
Frage an die Experten hier:
Wie handeln es die Airlines, wenn in Tagen wie diesen Flugausfälle drohen, da die meisten Airliner nur bis 1051 Milibar Luftdruck zertifiziert sind.
In St. Petersburg z.B. hat es heute 1049, weiter östlich in Syktywkar aber sage und schreibe 1061.
Ist was von Ausfällen bekannt oder gibt es Trick 17?
Viele Grüße
LB
Wie handeln es die Airlines, wenn in Tagen wie diesen Flugausfälle drohen, da die meisten Airliner nur bis 1051 Milibar Luftdruck zertifiziert sind.
In St. Petersburg z.B. hat es heute 1049, weiter östlich in Syktywkar aber sage und schreibe 1061.
Ist was von Ausfällen bekannt oder gibt es Trick 17?
Viele Grüße
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It doesnt matter how good or bad a situation is, it´ll change!
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Re: Extremer Hochdruck
Eine sehr interessante Frage.
Muss ehrlich sagen, dass ich noch nie über diesen Fall nachgedacht habe.
Aber zunächst einmal ist ja bei einem solch hohen Luftdruck das Transition Level/die Transition Altitude sehr niedrig angesiedelt. Für die wenigen tausend Fuß die verbleiben, könnte es ja möglicherweise sein, dass in diesem Extremfall bewusst ein Anzeigefehler in Kauf genommen wird. Für die Seperation wäre dies ja belanglos, schwierig wird es natürlich mit dem Terrain.
Muss ehrlich sagen, dass ich noch nie über diesen Fall nachgedacht habe.
Aber zunächst einmal ist ja bei einem solch hohen Luftdruck das Transition Level/die Transition Altitude sehr niedrig angesiedelt. Für die wenigen tausend Fuß die verbleiben, könnte es ja möglicherweise sein, dass in diesem Extremfall bewusst ein Anzeigefehler in Kauf genommen wird. Für die Seperation wäre dies ja belanglos, schwierig wird es natürlich mit dem Terrain.
- A319Muck
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Re: Extremer Hochdruck
Aber Hallo! Woher weißt Du denn das mit den 1050hPa schon wieder?!
Grundsätzlich hat man bei einem höheren Luftdruck als am Höhenmesser eingestellt mehr Luft unter dem Kiel, also hat man auf jedenfall eine sichere Höhe, wenn man die normalen Minimumhöhen einhält.
Man stellt dann die 1050hPa ein und lebt damit, dass man in Wirklichkeit höher ist, als angezeigt. Die Controller wissen das mit den 1050 auch und nehmen darauf, wenn nötig, rücksicht.
Normalerweise muß man aber keine Rücksicht nehmen, denn solche extremen Hochdrucklagen gibt es eigentlich nur bei sibirischer Kälte. Und, wie alles im Leben, zieht sich auch die Luftsäule bei kalten Temperaturen zusammen, so dass der Höhenmesser auch bei einer non-standard Temperatur falsch anzeigt. Bei kalten Temperaturen zeigt er eine größere Höhe an, als man tatsächlich hat.
Faustformeln:
+1hPa ergeben +30ft Höhe
-10°C ergeben -4% weniger Höhe
Beispiel: Soll man z.B. in 3000ft über Grund fliegen und es hat 1061hPa bei -30°C, so ist man durch die 11hPa, die man zu wenig eingedreht hat, 330ft höher als tatsächlich angezeigt.
Durch die -30°C ist man aber wiederum 18% = 540ft tiefer als angezeigt (Standard-Temperatur in Meereshöhe ist 15°C).
Grundsätzlich hat man bei einem höheren Luftdruck als am Höhenmesser eingestellt mehr Luft unter dem Kiel, also hat man auf jedenfall eine sichere Höhe, wenn man die normalen Minimumhöhen einhält.
Man stellt dann die 1050hPa ein und lebt damit, dass man in Wirklichkeit höher ist, als angezeigt. Die Controller wissen das mit den 1050 auch und nehmen darauf, wenn nötig, rücksicht.
Normalerweise muß man aber keine Rücksicht nehmen, denn solche extremen Hochdrucklagen gibt es eigentlich nur bei sibirischer Kälte. Und, wie alles im Leben, zieht sich auch die Luftsäule bei kalten Temperaturen zusammen, so dass der Höhenmesser auch bei einer non-standard Temperatur falsch anzeigt. Bei kalten Temperaturen zeigt er eine größere Höhe an, als man tatsächlich hat.
Faustformeln:
+1hPa ergeben +30ft Höhe
-10°C ergeben -4% weniger Höhe
Beispiel: Soll man z.B. in 3000ft über Grund fliegen und es hat 1061hPa bei -30°C, so ist man durch die 11hPa, die man zu wenig eingedreht hat, 330ft höher als tatsächlich angezeigt.
Durch die -30°C ist man aber wiederum 18% = 540ft tiefer als angezeigt (Standard-Temperatur in Meereshöhe ist 15°C).
- p27
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Re: Extremer Hochdruck
Wird in Russland nicht so oder so meistens mit QFE-Höhe gefolgen? Dann würde es sich bei Elevations höher wie SeaLevel wieder etwas ausgleichen.
Gruß
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- A319Muck
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Re: Extremer Hochdruck
Nur die Russen fliegen mit QFE. Alle (?) anderen rechnen erst das vom Controller gegebene QFE in QNH um.
Übersetzung:
QNH = Question Normal Height: Mit dieser Einstellung am Höhenmesser zeigt er am Flugplatz genau dessen Höhe über Normal Null an.
QFE = Question Field Elevation: Hier zeigt der Höhenmesser am Flugplatz Null an.
Das hat den Vorteil, dass man mit dieser Einstellung immer sofort die Höhe über dem Platz am Höhenmesser ablesen kann. Der Nachteil ist, dass man entweder spezielle topographische Karten mit den Höhen von Hindernissen (Bergen etc) braucht oder man muß wieder von dort umrechnen um zu wissen, ob man hoch genug ist um nicht in einen Berg zu fliegen.
Übersetzung:
QNH = Question Normal Height: Mit dieser Einstellung am Höhenmesser zeigt er am Flugplatz genau dessen Höhe über Normal Null an.
QFE = Question Field Elevation: Hier zeigt der Höhenmesser am Flugplatz Null an.
Das hat den Vorteil, dass man mit dieser Einstellung immer sofort die Höhe über dem Platz am Höhenmesser ablesen kann. Der Nachteil ist, dass man entweder spezielle topographische Karten mit den Höhen von Hindernissen (Bergen etc) braucht oder man muß wieder von dort umrechnen um zu wissen, ob man hoch genug ist um nicht in einen Berg zu fliegen.
Re: Extremer Hochdruck
Hi,
eine wirklich sehr interessante Frage, die mich in diesem Jahr zum ersten Mal selbst betrifft.
Bei uns (EK) werden deshalb momentan Flugzeuge nach Russland geschickt (wir hatten eben in St. Petersburg 1056 hPa), die eine Skala bis 1100 hPa haben (Airbus 340-500). Zu Beginn des Winters waren wir mit A330 und A340-300 dort, welche wie viele andere Flugzeuge nur bis 1050 gehen.
Wie A319Muck voellig richtig schreibt, ist die Hindernisfreiheit auf jeden Fall gegeben, wenn man nur 1050 hPa einstellen kann, da man sich ja hoeher befindet, als angezeigt. Es gibt jedoch ein anderes Problem, welches ich (gerade mit russischem ATC) bedenklich finde:
Deshalb sagen wir auch momentan bei jedem Funkspruch, wenn wir eine Hoehe uebermitteln, den eingestellten hPa-Wert mit. Keine Ahnung, ob es Hilft
, aber du fliegst auf jeden Fall ein bisschen aufmerksamer, als normal.
LG
Jochen
eine wirklich sehr interessante Frage, die mich in diesem Jahr zum ersten Mal selbst betrifft.

Bei uns (EK) werden deshalb momentan Flugzeuge nach Russland geschickt (wir hatten eben in St. Petersburg 1056 hPa), die eine Skala bis 1100 hPa haben (Airbus 340-500). Zu Beginn des Winters waren wir mit A330 und A340-300 dort, welche wie viele andere Flugzeuge nur bis 1050 gehen.
Wie A319Muck voellig richtig schreibt, ist die Hindernisfreiheit auf jeden Fall gegeben, wenn man nur 1050 hPa einstellen kann, da man sich ja hoeher befindet, als angezeigt. Es gibt jedoch ein anderes Problem, welches ich (gerade mit russischem ATC) bedenklich finde:
Dies entspricht soweit fuer alle Flugzeuge, die bis 1050 limitiert sind der Realitaet. Nun kommen aber auch Flieger hinzu, die ohne Probleme mehr als 1050 einstellen koennen und da habe ich meine Zweifel, dass der Lotse immer weis, welcher Flieger mit welcher Einstellung unterwegs ist. Wenn du also nun 2 Flugzeuge nimmst, die sich kreuzen und eines auf 1050 limitiert ist, das andere aber z.B. 1060 drin hat, so werden aus den 1000 Fuss Staffelung ploetzlich nur noch 700 FussA319Muck hat geschrieben: Man stellt dann die 1050hPa ein und lebt damit, dass man in Wirklichkeit höher ist, als angezeigt. Die Controller wissen das mit den 1050 auch und nehmen darauf, wenn nötig, rücksicht.


LG
Jochen