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Jumpseat Flüge

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anyron

Re: Jumpseat Flüge

Beitrag von anyron » 2. Juni 2009 16:06

Da muss ich mal entschieden widersprechen.
Es geht in dem ursprünglichen Thread gar nicht darum, ob jemand kurz nach der Landung ins Cockpit darf, es geht um Jumpseat-Flüge.

Richtig stellst Du dar, dass ein Jumpseat-Request im Idealfall vom Kapitän entschieden wird. Das passiert gar nicht so selten, keiner sagt etwas gegen IDs, die gerne vorne mitfliegen wollen. Es sagt natürlich auch niemand etwas dagegen, wenn das Ganze im Vorfeld abgeklärt ist.

Ganz anders stellt sich die Sache dar, wenn ein regulär eingecheckter Passagier diese Anfrage nach dem Boarding stellt. Und so kam es im originären Thread auch raus.

Dass ein Jump-Passagier sich "vorne" selbst helfen muss ist zwar auch richtig, doch darauf zielt der Thread nicht ab. Was, wenn dieser nett aussehende, brav wirkende, ursprünglich in der KABINE sitzende Passagier nun meint, er müsse? Darum geht es mir - das Risiko kann und muss so klein wie möglich gehalten werden.
Allerdings stelle ich mir gerade ein Szenario vor, das gar nicht mal so unwahrscheinlich ist: Stell' Dir eine Evac vor, beide vorne hängen in den Seilen und wir müssen dann auch noch erstmal den Jumpseat-Pax (der im schlimmsten Fall dann eigentlich in der Kabine hätte sitzen sollen) aus dem Weg räumen, bevor wir dem Cockpit helfen können.. oder eine Incap.. oder oder oder.. denkbare Szenarien gibt's da viele. Der ideale Jumpseat-Pax wäre in dem Fall sicherlich ein aktiver Flieger.. aber darum ging's ja auch nicht im Thread.

Deine Aussage zum Thema Unruly Pax. Du scheinst den Sinn und Zweck von Flugbegleitern in einem Licht zu sehen, das ich gerne klarstellen möchte. Unsere Aufgabe ist es NICHT, nett zu lächeln, adrett auszusehen und Schnittchen zu verteilen. Unsere Aufgabe ist es, für Sicherheit in der Kabine zu sorgen. Und hier kommt der Unruly wieder ins Spiel - wir haben ihn auf der Backe kleben und im schlimmsten Fall handgreifliche Auseinandersetzungen. Im besten Fall bekommen wir ihn mit Worten unter Kontrolle, im schlimmsten Fall - nun, das kannst Dir sicherlich denken. Und 15 Minuten bis zur Landung können sehr lang sein...
Vielleicht hälst Du dir vor Augen, dass ein gutes CRM auch darauf abzielt, alle Beteiligten - und da gehört die Kabine auch mit ins Boot - in eine Entscheidung einzubeziehen. Das wäre der Fall, wenn ein Pax aus der Kabine ins Cockpit auf den Jump will. Wir können unsere Meinung dazu mit einbringen, richtig ist aber auch, dass die schlussendliche Entscheidung beim CPT liegt.

Was das Gate anbelangt - ich habe in meinen Jahren in der Fliegerei schon leider allzuoft erlebt, dass die Probleme dort gerne an die Kabine weitergegeben werden, was zwar die Ausnahme und nicht die Regel ist, aber mit einer steigenden Tendenz. Das wäre aber ein ganz anderes Thema.



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Re: Jumpseat Flüge

Beitrag von Spottersiech » 2. Juni 2009 16:10

@anyron

Ich hoffe, Du machst Deinen DIENST am ZAHLENDEN KUNDEN nicht auch "nach 100% Vorschrift und Aktenlage"!
Sonst fliege ich nicht mehr mit Deinem Arbeitgeber :biggrin:


SpoSi

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anyron

Re: Jumpseat Flüge

Beitrag von anyron » 2. Juni 2009 17:31

@SpoSi: Der zahlende Kunde bekommt sein Schnittchen, ein Lächeln und zuvorkommenden Service. Solange er sich nicht danebenbenimmt. Und auch das Danebenbenehmen wird bis zu einem bestimmten Grad dezent ignoriert.
Erstaunlicherweise führen sich die C-Class-Passagiere auch am anständigsten auf.. Was man von der M-Class leider nicht immer behaupten kann. Aber auch das gehört in einen anderen Thread..

Aber Du hast ja selbstverständlich die freie Auswahl unter den Airlines!



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Re: Jumpseat Flüge

Beitrag von Long Beach » 2. Juni 2009 19:06

anyron hat geschrieben:Da muss ich mal entschieden widersprechen.
Es geht in dem ursprünglichen Thread gar nicht darum, ob jemand kurz nach der Landung ins Cockpit darf, es geht um Jumpseat-Flüge.

Richtig stellst Du dar, dass ein Jumpseat-Request im Idealfall vom Kapitän entschieden wird. Das passiert gar nicht so selten, keiner sagt etwas gegen IDs, die gerne vorne mitfliegen wollen. Es sagt natürlich auch niemand etwas dagegen, wenn das Ganze im Vorfeld abgeklärt ist.

Ganz anders stellt sich die Sache dar, wenn ein regulär eingecheckter Passagier diese Anfrage nach dem Boarding stellt. Und so kam es im originären Thread auch raus.

Dass ein Jump-Passagier sich "vorne" selbst helfen muss ist zwar auch richtig, doch darauf zielt der Thread nicht ab. Was, wenn dieser nett aussehende, brav wirkende, ursprünglich in der KABINE sitzende Passagier nun meint, er müsse? Darum geht es mir - das Risiko kann und muss so klein wie möglich gehalten werden.
Allerdings stelle ich mir gerade ein Szenario vor, das gar nicht mal so unwahrscheinlich ist: Stell' Dir eine Evac vor, beide vorne hängen in den Seilen und wir müssen dann auch noch erstmal den Jumpseat-Pax (der im schlimmsten Fall dann eigentlich in der Kabine hätte sitzen sollen) aus dem Weg räumen, bevor wir dem Cockpit helfen können.. oder eine Incap.. oder oder oder.. denkbare Szenarien gibt's da viele. Der ideale Jumpseat-Pax wäre in dem Fall sicherlich ein aktiver Flieger.. aber darum ging's ja auch nicht im Thread.

Deine Aussage zum Thema Unruly Pax. Du scheinst den Sinn und Zweck von Flugbegleitern in einem Licht zu sehen, das ich gerne klarstellen möchte. Unsere Aufgabe ist es NICHT, nett zu lächeln, adrett auszusehen und Schnittchen zu verteilen. Unsere Aufgabe ist es, für Sicherheit in der Kabine zu sorgen. Und hier kommt der Unruly wieder ins Spiel - wir haben ihn auf der Backe kleben und im schlimmsten Fall handgreifliche Auseinandersetzungen. Im besten Fall bekommen wir ihn mit Worten unter Kontrolle, im schlimmsten Fall - nun, das kannst Dir sicherlich denken. Und 15 Minuten bis zur Landung können sehr lang sein...
Vielleicht hälst Du dir vor Augen, dass ein gutes CRM auch darauf abzielt, alle Beteiligten - und da gehört die Kabine auch mit ins Boot - in eine Entscheidung einzubeziehen. Das wäre der Fall, wenn ein Pax aus der Kabine ins Cockpit auf den Jump will. Wir können unsere Meinung dazu mit einbringen, richtig ist aber auch, dass die schlussendliche Entscheidung beim CPT liegt.

Was das Gate anbelangt - ich habe in meinen Jahren in der Fliegerei schon leider allzuoft erlebt, dass die Probleme dort gerne an die Kabine weitergegeben werden, was zwar die Ausnahme und nicht die Regel ist, aber mit einer steigenden Tendenz. Das wäre aber ein ganz anderes Thema.
Sicherheit in der Kabine grundsätzlich ja.
Aber es wird keiner mit aller Macht in´s Cockpit drängen, so dass er für Euch ein Problem wird. Es wird gefragt und geantwortet. Wie, ist eine andere Sache.
Und einen unruly bekommen zur Not 2-3 Paxe selber in den Griff, wenn´s brenzlig wird. Dann geht der Kapitän runter, schickt die Rechnung an den Vandalen und gut isses. Deshalb ist noch kein Flieger ernsthaft in Gefahr gewesen, auch wenn es in den Medien gerne so dargestellt wird.

Was mich immer wurmt bei den FB´s ist, dass sie Anfragen mittlerweile zu fast 100% im Vorfeld abblocken und gar nicht mehr erst den Hörer in die Hand nehmen und nach vorne durchklingeln. Man ist ja soooo beschäftigt. Es ging auch schon mal anders in der Vergangenheit. Auch bei bumsvollen Fliegern :mrgreen:


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Re: Jumpseat Flüge

Beitrag von anyron » 2. Juni 2009 19:45

Dann scheint doch einiges in der Vergangenheit in der Fliegerei an Dir vorbeigegangen zu sein.. Ein Unruly, der versucht,ins Cockpit zu kommen ist Worst Case.
Ich darf an Fälle wie die Landshut, New York etc. erinnern. DAS sind per definitionem Unrulies gewesen. Und damals gab es PhaseII-Türen noch nicht standardmässig.
Heute ist die Türe zu und sie bleibt zu. Und das nicht ohne Grund. Was der Kapitän für sich im Einzelfall entscheiden mag, ist seine eigene Sache und die haben wir als Crew auch zu respektieren.

Aber - bei den meisten meiner Kollegen würdest Du dasselbe erleben: Der Hörer wird nicht zum Anfragen nach Cockpitbesuchen in der Luft benutzt.

Hm.. wie formuliere ich das nun unverfänglich? Fliegen übt auf viele Menschen eine unglaubliche Faszination aus. Das Forum hier ist ein tolles Beispiel für, was ich auch gut finde. Nur muss diese Faszination auch ihre Grenzen finden. Die Vergangenheit hat aber auch klar gezeigt, dass diese Grenzen sehr eng gezogen werden müssen, um z.B. o.g. Vorfälle einigermaßen ausschließen zu können oder zumindest ihrer Wiederholung keinen Vorschub zu leisten.



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Re: Jumpseat Flüge

Beitrag von Long Beach » 2. Juni 2009 20:00

Bei mir ist in der Vergangenheit mehr in der Fliegerei hängengeblieben, als Dein Trolli hergibt :biggrin:
Die Grenzen in der Fliegerei, die setzen wir uns - und jeder einzelne für sich hier - selber. Sonst würde keiner von uns jemals Dinge erleben dürfen, die nach Recht und Verantwortung völlig legal sind, für Euch wahrscheinlich der pure Albtraum.
Und das ist auch gut so !!!

In diesem Sinne, gut´s Nächtle :twisted:


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Re: Jumpseat Flüge

Beitrag von Martti » 2. Juni 2009 20:51

Jetzt geht es ja doch munter hin und her...

Also auf einer Seite muss ich anyron recht geben: Flugbegleiter sind natürlich NICHT dafür da, nett zu lächeln und mir ne Cola zu reichen. Die Cola könnt ich mir auch selber aus nem Körbchen nehmen... Was gut ausgebildete Flugbegleiter wirklich leisten, wurde bei dem Air France Unglück in Toronto gut unter Beweis gestellt.

ABER

wo Long Beach und Sposi vollkommen recht haben: Viele Flugbegleiter nehmen sich selber extrem wichtig wenn es um Cockpit-Besuche geht und blocken oft ab, ohne überhaupt nachzufragen. Das kann ich sogar noch auf einem kurzen Flug verstehen, wenn keine Zeit dafür ist, neben der ursprünglichen Tätigkeit sich auch noch um solche Nebensächlichkeiten zu kümmern. Fakt ist aber, es gibt genug längere Flüge, wo diese Zeit sehr wohl da wäre, man sich aber mal aufplustern will...

Ich habe das mittlerweile schon oft genug erlebt... Ich habe bis vor einiger Zeit sehr oft bei fast jedem Flug spontan gefragt, ob ich auf dem Jump mitfliegen kann. Und dies hat auch IMMER geklappt, wenn ich den / die FB denn davon überzeugen konnte, wenigstens mal zu fragen. Es kommt wirklich IMMER direkt ein "geht nicht mehr seit dem 11. September"... Wenn dann wirklich nachgefragt wurde, hat es immer geklappt!

Auch nach dem 11. September kam ich sogar bei einer Air France Triple Seven auf dem Weg nach New York ins Cockpit. Natürlich nachdem zu Beginn erstmal das Standardprogramm à la "geht eh nicht" abgespielt wurde...

Mittlerweile ist mir dies aber echt zu blöd geworden, ich frage erst gar nicht mehr nach... Wenn ich vorne mitfliegen will, kläre ich das im Vorfeld. Sehr schade, ist aber so...

Stattdessen bleibe ich lieber brav hinten sitzen, genieße das nette Lächeln der Flugbegleiterinnen (worst case ist natürlich nur, wenn es nur männliche FB's hat, hehe) und lass mir ne Cola reichen... :mrgreen:



anyron

Re: Jumpseat Flüge

Beitrag von anyron » 2. Juni 2009 21:03

Vielleicht noch eine kleine Anmerkung.. Auf einer STR-MUC-STR-Rutsche ist für solche Extras keine Zeit. Da habe ich selbst genug zu tun.
Es kommt auch immer darauf an, WIE einem diese Frage gestellt wird. Wird sie mir am Boden gestellt und ist noch Zeit dafür, reiche ich die Anfrage meistens auch weiter. In der Luft - no go. Ich sehe aus eigener Erfahrung heraus sicher auch, dass sich mit freundlichem Fragen sicher keiner "einen abbricht". Aber.. wenn ich mir so einige Zeilen aus dem Thread vor Augen führe "DE ist meine Lieblingsairline.. kann da einer der Piloten nicht etwas drehen?".. frage ich mich, ob nicht plötzlich LH, X3 oder..oder..oder die Lieblingsairline ist, solang man nur ins Cockpit darf.
Da gilt es sicherlich auch zu schauen, wer diese Frage stellt und weshalb.

Das hat - und da möchte ich sicherlich nicht für alle KollegInnen in der Kabine sprechen - weniger mit Wichtigtuerei als mit gewissenhaftem Arbeiten zu tun.

Und nun - schönen Abend noch und "all faces in flight" ;)



DUS-STR

Re: Jumpseat Flüge

Beitrag von DUS-STR » 6. Juli 2009 22:14

In meiner Jugend in den 70ern bin ich recht viel geflogen. Aber schon damals war mir das alles nicht geheuer und ich nehme an, man hat mir das angemerkt. Jedenfalls habe ich eigentlich immer gefragt, ob ich mal ins Cockpit schauen kann, weil ich die Menschen sehen wollte, die das Flugzeug steuerten.

So auch einmal auf einem LH-Flug 1976 oder 1977 von Frankfurt nach Neapel mit Zwischenlandung in Genua. Ich war 17 oder 18. Kurz bevor wir in Genau wieder gestartet sind, kam eine Flugbegleiterin und sagte, ich solle mich beeilen. Sie brachte mich ins Cockpit und ich wurde aufgefordert, hinter dem Piloten Platz zu nehmen, bekam Kopfhörer auf und sollte mich anschnallen. Ich war ganz schön platt.

Aber so habe ich den ganzen Flug von Genua nach Neapel im Cockpit dieser 727 verbracht und fand das enorm spannend. Vor uns tauchte auch irgendwann so ein Gewitterturm auf, um den wir rum flogen und schon im Landeanflug konnte ich mein Urlaubsziel Ischia genau aus der Luft beobachten.

Wieder am Boden sagte der Pilot zu mir, nun habe ich gesehen, dass sie auch nur mit Wasser kochen. Ich vermute daher, dass die Flugbegleiterin bemerkt hat, dass ich Angst hatte, und dass sie mit mir ein Exempel statuieren wollten.

Heutzutage vermeide ich das Fliegen, weil ich einfach Riesenprobleme mit geschlossenen Räumen habe, aber trotzdem bin ich froh und stolz über dieses tolle Erlebnis in jungen Jahren.

Martina



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